Drei Tage voller Kurven, Böhmerwald und böhmischer Gastlichkeit
Auf nach Budweis
Für einige von uns begann die Tour bereits in Innsbruck, der eigentliche Treffpunkt und damit der offizielle Start war jedoch in Kirchbichl. Von dort ging es in zwei Gruppen auf kurvigen Straßen zunächst durch das Chiemgau und immer weiter in nordöstliche Richtung. Über Braunau, Schärding, Passau und Breitenberg führte uns die Route schließlich bis an die tschechische Grenze.
Am Lipno-Stausee wartete eines der Highlights des ersten Tages auf uns: die Überfahrt mit der Fähre. Doch das Wetter hatte andere Pläne. Aufgrund des starken Windes konnte die Fähre nicht fahren – sie saß sprichwörtlich am anderen Ufer fest. Also hieß es: Plan ändern und weiterfahren! So umrundeten wir statt der geplanten Überfahrt den Lipno-Stausee auf dem Landweg. Was zunächst wie ein kleiner Rückschlag aussah, entpuppte sich schnell als durchaus angenehme Alternative. Rund 20 zusätzliche Kilometer mit vielen Kurven und schönen Waldpassagen wurden zur angemessenen Entschädigung für den ungeplanten Umweg. Weiter führte uns die Strecke durch Krumau an der Moldau und schließlich nach Budweis. Dort angekommen, konnten wir unsere Zimmer rasch beziehen und uns nach der langen Fahrt frisch machen.
Nach einem kurzen Spaziergang durch die schöne Innenstadt war es dann endlich so weit: das erste Bier in Budweis! Ein passender Auftakt für unseren Aufenthalt in der Heimat des Budweiser Bieres. Beim anschließenden Abendessen ließen wir den ersten, abwechslungsreichen Tourentag gemütlich ausklingen und freuten uns bereits auf die bevorstehende Böhmerwald-Runde.
Kurvenjagd im Böhmerwald
Gut gestärkt durch ein ausgiebiges Frühstück starteten wir am nächsten Morgen zu unserer Böhmerwald-Runde. Zunächst führte uns die Strecke nach Westen über die deutsche Grenze bei Philippsreut an den Rand des Bayerischen Waldes. Von dort ging es weiter in südöstlicher Richtung über wunderschöne Waldpassagen und schmale, kurvenreiche Landstraßen entlang der tschechisch-deutschen Grenze zurück nach Österreich.
Von Schwarzenberg am Böhmerwald bis nach Zwettl an der Rodl konnten wir praktisch jeden Meter Asphalt genießen. Kurvenreiche Straßen, wenig Verkehr und die abwechslungsreiche Landschaft machten diesen Abschnitt zu einem besonderen Erlebnis. Weiter führte uns die Route wieder nach Norden. Bei Weigetschlag überquerten wir erneut die Grenze nach Tschechien. Dort warteten wieder ruhige und verträumte Straßen auf uns, die uns durch das Tal der Moldau zurück in Richtung Krumau führten.
Ein weiteres Highlight des Tages war der Besuch des Gestüts Mysletin (Stall Venus). Hier erhielten wir von Herrn Hochstaffl eine kurze, aber sehr informative Führung und bekamen interessante Einblicke in das Leben des Gestüts und des angeschlossenen landwirtschaftlichen Betriebs.
Nach dem Abendessen blieb noch genügend Zeit, um über den großen Platz und durch die kleinen Gassen der historischen Altstadt zu schlendern. Bei angenehmer Atmosphäre konnten wir das Nachtleben von Budweis genießen und einen weiteren gelungenen Tourentag entspannt ausklingen lassen.
Rückfahrt mit Improvisationstalent
Am dritten Tag hieß es schließlich wieder: ab in Richtung Heimat. Die Rückfahrt startete erneut in zwei Gruppen. Allerdings verlief nicht alles ganz so, wie ursprünglich geplant. Diverse Umleitungen und die leidlichen Unterschiede bei der Routeninterpretation verschiedener Navigationssysteme sorgten dafür, dass wir letztlich auf zwei unterschiedlichen Routenvarianten unterwegs waren. Doch gerade das machte die Rückfahrt auf ihre eigene Weise spannend. Mit etwas Improvisationstalent fanden sich immer wieder neue Wege und überraschend schöne Streckenabschnitte. Was zunächst nach einer notwendigen Anpassung aussah, entwickelte sich schließlich zu einer abwechslungsreichen Heimfahrt mit zahlreichen zusätzlichen Eindrücken und Fahrspaß. So konnten wir auch den letzten Tourentag noch einmal in vollen Zügen genießen.
Mehr als nur ein Bier in Budweis
Die Tour nach Budweis hat wieder einmal gezeigt, dass nicht immer alles nach Plan laufen muss, damit eine Motorradtour zu einem besonderen Erlebnis wird. Die ausgefallene Fährüberfahrt am Lipno-Stausee, Umleitungen auf der Rückfahrt und unterschiedliche Navigationsrouten sorgten für die eine oder andere spontane Anpassung. Gleichzeitig entstanden dadurch aber auch neue Streckenvarianten, zusätzliche Kurven und unerwartet schöne Landschaftseindrücke. Drei Tage abwechslungsreiche Mischung aus kurvigen Straßen, Waldpassagen, historischen Städten, böhmischer Landschaft und geselligem Beisammensein. Besonders die Böhmerwald-Runde und die ruhigen Straßen entlang der Moldau werden sicherlich vielen Teilnehmern in Erinnerung bleiben.
Am Ende waren sich die Teilnehmer einig: Die Reise hat sich gelohnt, vor allem wegen der gemeinsamen Erlebnisse, der schönen Strecken und der vielen Kilometer die wir gemeinsam genießen konnten.
Vielen Dank an Gerhard und Andi für die gelungene Organsation der Reise, des Hotels und des Besuchs am Gestüt Mysletin. Auch ein großer Dank geht an unsere zwei Tourguides Gerhard und Irina, die uns wieder verlässlich und wohlbehalten ans Ziel brachten.
Auf ein Bier nach Budweis? Jederzeit wieder!












